E-Autos for future -
Wer produziert in Deutschland
eigentlich E-Autos?

Tesla baut gerade in Grünheide seine Gigafactory. Doch auch in anderen deutschen Fabriken entstehen E-Autos – eine Deutschlandreise.

Bildcredits: © Maxim Hopman – Unsplash

E-Autos Made in Germany

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Tesla baut gerade in Grünheide seine Gigafactory. Doch auch in anderen deutschen Fabriken entstehen E-Autos – eine Deutschlandreise.

Hier werden in Deutschland E-Autos hergestellt

In Grünheide bei Berlin baut Tesla gerade seine Gigafactory für das Model 3 und Y. Doch dies ist nicht die einzige Fabrik, in der hierzulande E-Autos hergestellt werden. Eine kleine Deutschlandreise.

Noch vor einiger Zeit hatten die deutschen Autobauer den Ruf weg, dass sie die Wende zur Elektromobilitätswende verschlafen hätten. Doch das stimmt nicht. Schon seit einigen Jahren investieren BMW, Daimler, Volkswagen & Co. in die Zukunftstechnologie und rüsten auch Werke hierzulande auf die Produktion von E-Autos um. Oder bauen gleich neue Fabriken – wie Tesla im Berliner Umland. Wir sind durch die Republik gereist und stellen dir die wichtigsten Standorte vor.

Grünheide

Wir starten im beschaulichen Brandenburger Örtchen Grünheide, kurz hinter der Landesgrenze zu Berlin. Hier zieht der US-Autobauer Tesla für eine Milliarde Euro gerade seine erste „Gigafactory“ in Europa hoch. Baustart war Anfang 2020, bereits im Sommer dieses Jahr soll die Produktion beginnen. Zunächst will Tesla das Model Y, ein SUV-Crossover, fertigen. Später soll die Erfolgslimousine Model 3 folgen. Bis zu 500.000 Fahrzeuge sollen pro Jahr vom Band laufen. Eine weitere Fabrik auf dem Gelände, die zum Bau von E-Auto-Batterien dienen soll, ist ebenfalls geplant.

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Leipzig

Weiter geht’s nach Leipzig. In der sächsischen Metropole baut BMW seit 2013 den E-Kleinwagen i3. Zwischen Frühjahr 2014 und Herbst 2020 wurde auch der Sport-Stromer i8 gefertigt.

Auch Porsche betreibt seit fast 20 Jahren in Leipzig ein Werk. Seit 2014 werden hier der Kompakt-SUV Macan und der Sportwagen Panamera produziert. Aktuell wird das Werk fit für die elektromobile Zukunft gemacht: Über 600 Millionen Euro fließen in den kommenden Jahren in den Umbau des Standorts, damit hier auch E-Autos vom Band laufen können. Das erste in Leipzig gefertigte Modell soll die nächste Generation des Porsche Macan sein, die ab 2022 den noch mit Verbrenner gefertigten Vorgänger ablösen soll.

Dresden

Etwas weiter südöstlich liegt die sächsische Landeshauptstadt. In der Gläsernen Manufaktur produzierte VW bis 2016 noch die Oberklasse-Limousine Phaeton. Mit deren Ende wurde die Produktion auf den E-Golf verlagert. Doch mit der Einführung des ID.3, der im gleichen Marktsegment unterwegs ist, war das Ende des E-Golfs absehbar. Daher startete, etwas später als in den beiden chinesischen Werken, im Januar 2021 auch in Dresden die Produktion des Kompakt-Stromers. Bis zu 5.000 Fahrzeuge sollen in der Schaumanufaktur pro Jahr gefertigt werden. Die eigentliche Aufgabe der Dresdner liegt aber in der Forschung und Entwicklung.

Zwickau

100 Kilometer südwestlich von Dresden aus kann man Volkswagens Weg in die elektromobile Zukunft bewundern. Im Sommer 2020 lief im VW-Werk in Zwickau der letzte Verbrenner vom Band, ab nun werden ausschließlich E-Autos produziert.

Der Fokus liegt im Moment auf dem neuen Kompakt-Stromer ID.3, aber auch der neue E-SUV ID.4 wird hier bereits gefertigt. Weitere Modelle sollen folgen. Und zwar nicht nur von VW selbst, sondern auch von den Schwestermarken Audi und Seat. So könnten in Zwickau auch der Audi Q4 e-tron und Sportback e-tron sowie der Seat Cupra Born entstehen. Möglicherweise wird auch der ID.5, ein für 2022 angekündigtes SUV-Coupé mit E-Antrieb, in Zwickau gefertigt werden. Das sächsische Werk ist das Epizentrum für VWs elektromobile Hoffnungen: Bereits im Sommer 2021 sollen in Zwickau pro Tag 1.400 E-Autos vom Band laufen.

Eisenach

Auf nach Thüringen. Unterhalb der Wartburg baut Opel ab demnächst die Elektroversion des SUVs Grandland X. Bereits seit Spätsommer vergangenen Jahres werden hier schon die Verbrenner- und die Plug-in-Hybrid-Variante produziert. Das Werk war bisher auf die Herstellung von Opel-Kleinwagen ausgelegt. Nach der Übernahme von Opel durch den französischen PSA-Konzern wurde die Produktion nun komplett umgekrempelt und auf größere Modelle sowie E-Mobilität ausrichtet.

München

Von Thüringen geht’s nach Bayern. Im BMW-Stammwerk in München werden zukünftig keine Verbrennermotoren mehr hergestellt. Diese werden ab 2024 komplett nur noch im österreichischen Steyr und im englischen Hams Hall gefertigt. Die Produktionshallen in der bayrischen Landeshauptstadt werden nun auch nach und nach auf Stromer-Produktion umgerüstet. Dazu investiert BMW in den nächsten fünf Jahren rund 400 Millionen Euro. Ab diesem Jahr soll in München bereits der neue i4 vom Band laufen. Dabei handelt es sich um ein viertüriges E-Coupé, das Teslas Model 3 und dem Audi e-tron GT Konkurrenz machen soll. Die neue Fahrzeugmontage für E-Autos soll 2026 fertig sein. Bis 2028 sollen noch die letzten 3er- und 4er-Modelle in München gefertigt werden.

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Dingolfing

Rund 100 Kilometer in nordöstlicher Richtung von München aus liegt das niederbayrische Dingolfing. Hier produziert BMW den iNext, den ersten BMW-SUV mit Elektroantrieb. BMW hat rund 400 Millionen in den Ausbau des Standorts investiert, damit der Startschuss für die Produktion des Elektro-Flaggschiffs wie geplant erfolgen konnte. Bislang lag der Anteil von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben aus Dingolfing bei knapp 10 Prozent. Dieser wird nun mit dem vollelektrischen iNext auf mindestens ein Drittel steigen. Weiterhin werden hier auch Modelle der 3er-, 4er-, 5er-, 7er und 8er-Serien gefertigt. Pro Jahr verlassen rund 330.000 Fahrzeuge das Werk.

Stuttgart

Nach München zurück und dann weiter in die Landeshauptstadt von Baden-Württemberg. Im Norden Stuttgarts liegt Zuffenhausen, wo Porsche sein Stammwerk hat. Hier werden jeden Tag 250 Exemplare der röhrenden Verbrenner 718 und 911 zusammengebaut. Direkt daneben hat der Autobauer eine neue Fabrik hochgezogen. In der neuen Anlage, in die Porsche über 700 Millionen Euro investiert hat, wird seit September 2019 der Elektro-Sportwagen Taycan gefertigt. Die Produktion ist voll auf Nachhaltigkeit ausrichtet: smart, lean und green sind die Schlagworte, die dem Bau zugrunde liegen.

Sindelfingen

Das Stammwerk von Mercedes-Benz mit seiner über 100-jährigen Geschichte ist die traditionsreichste Fabrik im Hause Daimler. Und die, in der die renommiertesten Fahrzeuge mit dem Stern entstehen: E- und S-Klasse sowie die getunten Varianten von AMG. Jetzt folgen die Elektroautos der Premium- und Luxusklasse. In der ersten Jahreshälfte startet die Produktion der vollelektrischen Luxuslimousine EQS, dafür wurde extra eine neue Einheit hochgezogen: Die Factory 56 soll weltweit Maßstäbe in der E-Auto-Produktion setzen.

Rastatt

Seit 1992 gibt es in Rastatt, etwa 20 Kilometer südwestlich von Karlsruhe, ein Daimler-Werk. Mittlerweile sind hier rund 6.500 Mitarbeiter beschäftigt, die bislang vor allem Mercedes-Kleinwagen produziert haben. Nun kommen kompakte EQ-Modelle wie der EQA hinzu.

Heilbronn

Im Norden Baden-Württembergs entsteht der Audi e-tron GT. Audis neues Elektro-Coupé, das auf dem Porsche Taycan basiert, wird im Werk Böllinger Höfe produziert. Das Audi-Werk entstand erst nach 2011, ab 2014 wurde hier der Straßenrennwagen R8 gebaut. Aktuell wird das Werk umgerüstet, um die Fertigung der elektrifizierten Sportwagen zu integrieren. Audi hat viel vor und erweitert das Gelände. Auf 10.000 Quadratmetern sollen neue Hallen entstehen.

Emden

Volkswagen hat rund eine Milliarde Euro in das Emdener Werk investiert, damit hier ab 2022 das Elektro-Crossover ID.4 vom Band laufen kann. Mit der Fertigung des viertürigen vollelektrischen Aero ist auch bereits ein zweites Modell angekündigt.

Bildcredits: © Martin Katler - Unsplash

Köln

Der US-Autobauer Ford, der bereits seit 1929 eine Produktionsstätte in Köln betreibt, treibt auch in Europa den Umbau in Richtung Elektromobilität weiter voran. Im Kölner Werk soll ab 2023 das erste reine E-Modell gefertigt werden, ein zweites Modell ist bereits in Planung. Beim ersten Modell handelt es sich um einen Kompaktwagen. Er entsteht in Kooperation mit Volkswagen und nutzt den Modularen Elektrobaukasten (MEB) – eine Architektur, die VW für den ID.3 und andere kompakte Stromer entwickelt hat.

Aachen

Ganz im Westen der Republik, kurz vor der Grenze zu den Niederlanden, wird der elektrisch betriebene Kleinwagen E.Go gefertigt. 2018 wurde das rund 16.000 Quadratmeter große Werk auf dem ehemaligen Philips-Gelände errichtet. Die Produktionsstätte ist voll vernetzt und ermöglicht die schnelle und rentable Fertigung selbst von kleinen Serien. Im Gegensatz zu Tesla setzt E.Go auf die „Microfactory“: kleine Fabriken, die vor Ort und nachhaltig für den lokalen Markt produzieren.

Hannover

Auch an Volkswagens traditionellem Standort für die Fertigung von Nutzfahrzeugen werden die Fabrikhallen derzeit für E-Fahrzeuge umgerüstet. Derzeit wird eine neue Produktionslinie aufgebaut. Den Anfang macht die Elektroversion des T7, die ab diesem Herbst erhältlich sein soll. Ab 2022 soll ebenfalls hier der ID.BUZZ – die vollelektrische Alternative zum Multivan – gefertigt werden. Und in Hannover entstehen zukünftig nicht nur Nutzfahrzeuge, auch drei E-SUV-Modelle sollen hier gefertigt werden.

Bremen

Daimlers E-Auto-Produktion läuft in der Hansestadt bereits auf Hochtouren. Neben Verbrennern wie der C-Klasse und dem SUV GLC wird in Bremen auch der Stromer-SUV Mercedes EQC gefertigt.

Außerdem wird im Bremer Werk der GLC F-Cell gefertigt. Die Komponenten für den Wasserstoff-Antrieb kommen aber aus der ganzen Republik: Das Brennstoffzellensystem stammt beispielsweise von cellcentric aus Untertürkheim. Das Joint-Venture von Daimler und Volvo ist auch im Bereich schwere Lkws aktiv. Die Wasserstofftanks werden im Daimler-Werk Mannheim gefertigt. Die Lithium-Ionen-Akkus liefert die MB-Tochter Accumotive aus dem sächsischen Kamenz

Deutschland, ein Elektroland?

Damit endet unsere kleine Deutschlandreise. Und dabei haben wir nur die E-Auto-Produzenten besucht. Doch es gibt noch mehr Hersteller, die sich im Bereich E-Mobilität tummeln. Zum Beispiel Streetscooter, die in Aachen vollelektrische Lieferwagen fertigen. E-Bike-Hersteller mit Rädern „made in Germany“ gibt es ebenfalls eine Menge, zum Beispiel Derby Cycle aus Cloppenburg, Cycle Union aus Oldenburg oder Cube aus Waldershof.
Wie du siehst, wird in fast allen Ecken der Republik an der Wende zur Elektromobilität gearbeitet. Die Perspektive sieht also gut aus.

Über den Autor

Stefan Wiedemann

Ausbildung zum Versicherungskaufmann bei CosmosDirekt von 1989 bis 1991 gemacht. Arbeitet seit 1994 als Online-Redakteur für die Webseite. Hobbies: Fitness, Kreuzfahrten und Autos.

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