Kein Witz:
Corona schädigt
deinen Rücken

Während die Corona-Krise andauert, arbeiten weiterhin viele Menschen von zuhause aus. Welche gesundheitlichen Folgen das monatelange Homeoffice hat, verraten wir hier.

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Kein Witz:
Corona schädigt deinen Rücken

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Während die Corona-Krise andauert, arbeiten weiterhin viele Menschen von zuhause aus. Welche gesundheitlichen Folgen das monatelange Homeoffice hat, verraten wir hier.

Vor fast genau einem Jahr, am 16. März 2020, startete der erste Lockdown in Deutschland. Eine der vielen Auswirkungen: Für Millionen von Angestellten änderte sich von heute auf morgen der Arbeitsalltag. Statt morgendlichem und abendlichem Pendeln zum Arbeitsplatz im Büro und zurück, wurde nun zuhause gearbeitet. Im besten Fall gab es ein Arbeitszimmer, ansonsten wurde schnell im Schlafzimmer ein Schreibtisch aufgebaut oder im Wohnzimmer eine Ecke freigeräumt. Andere saßen am Küchentisch. Oder gar im Schneidersitz auf dem Sofa.

Rund 50 Prozent der Angestellten waren 2020 im Homeoffice

Das Institut für Arbeits- und Berufsforschung hat ermittelt, dass im vergangenen Jahr etwa die Hälfte aller Angestellten vorübergehend in den eigenen vier Wänden gearbeitet haben. Vor der Corona-Pandemie waren es zwischen 15 und 20 Prozent gewesen. Doch eine Insel der Seligen war das Homeoffice nicht:

  • Wer plötzlich auf dem Küchenstuhl vor dem Laptop hockte, vermisste mit Sicherheit schnell seinen bequemen Bürostuhl.
  • Wer gewohnt war, sich in der Kantine am vitaminreichen Büfett zu bedienen, konnte Pasta und Pesto nach zwei Wochen bestimmt nicht mehr sehen.
  • Wer nach dem Mittagessen eine Runde mit den Kolleg*innen um den Block drehte, hatte möglicherweise größere Probleme, sich allein zur Joggingrunde aufzuraffen.

Selbst Meldungen, die vorher unter „Kurioses“ verbucht wurden, stimmten nachdenklich: So fand das Robert-Koch-Institut heraus, dass 43 Prozent der Raucher während des Lockdowns mehr qualmten als zuvor.

Rückenleiden nehmen im Homeoffice zu

Eines der größten Probleme im Homeoffice ist aber: Rücken. Physiotherapeuten im ganzen Land meldeten im vergangenen Jahr, dass mehr Patienten mit Rückenleiden die Praxen aufsuchten. Ein Grund war das bislang für viele ungewohnte Homeoffice. Stundenlang in gekrümmter Haltung auf dem Sofa Mails beantworten? Bedeutet eine hohe Belastung der Wirbelsäule, die unweigerlich zu Verspannungen und Rückenschmerzen führt. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 10 Prozent der Befragten sogar an, dass sie während des Lockdowns noch mehr Rückenleiden hatten als früher schon.

Die psychische Belastung von Heimarbeit ist groß

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Auch die viel beschworene Flexibilität des Homeoffice offenbarte schnell ihre Kehrseiten. Laut einer DAK-Studie aus dem letzten Jahr vermisste jeder zweite Beschäftigte die klare Trennung zwischen Job und Privatleben bei der Heimarbeit. Kein Wunder, da viele noch abends am Rechner E-Mails beantworteten oder an der nächsten Präsentation feilten. Drei Viertel der Befragten fehlte der direkte Kontakt zu Arbeitskolleg*innen, etwa beim Pläuschchen vor Meetings oder an der Kaffeemaschine. Eine Untersuchung der Uni Koblenz ergab, dass sich im lockdown-bedingten Homeoffice generell jeder Fünfte einsam und sozial isoliert fühlte. Eigentlich sind diese Probleme gar nicht überraschend. Schon 2019 wies eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) auf die erhöhten psychischen Belastungen im Homeoffice hin. Und da fehlten noch akute zusätzliche Belastungen wie Kinderbetreuung wegen geschlossener Kita und Homeschooling. Laut WIdO-Studie arbeiten Heimarbeiter generell öfter am Abend oder am Wochenende als Beschäftigte im Büro. Ihnen fällt es auch schwerer, Pausen zu machen und nach der Arbeit abzuschalten. Zwei Drittel der Befragten gaben an, im Homeoffice häufiger unter psychischen Belastungen zu leiden: Sie fühlten sich erschöpft, waren reizbar und berichteten von Schlafstörungen – alles Symptome, die im schlimmsten Fall sogar zu einer Berufsunfähigkeit führen können.

7 Tipps, um körperlich und mental fit zu bleiben

Glücklicherweise kannst du einiges tun, um Körper und Psyche im Homeoffice möglichst lange fit zu halten. Wir haben sieben Tipps für dich zusammengestellt:

  • Tagesstruktur: Plane deinen Tag, als ob du ihn im Büro verbringen würdest. Steh zur gewohnten Zeit auf, arbeite nicht im Schlafanzug. Setz dir Zeiten, in denen du arbeitest. Plane Pausen ein. Fang den Arbeitstag mit einem Ritual an. Und beende ihn mit einem Ritual, um den Feierabend einzuleiten.
  • Soziale Kontakte: Da der Plausch an der Kaffeemaschine oder in der Raucherecke entfällt, verabrede dich jeden Tag mit einer anderen Kollegin oder einem anderen Kollegen zu einem virtuellen Gespräch. Schon ein kurzer Austausch hilft gegen Vereinsamungsgefühle.
  • Work-Life-Balance: Auch wenn es manchmal eine Herkules-Aufgabe ist – solange du auf unbestimmte Zeit längere Zeit im Homeoffice arbeitest, solltest du dir einen eigenen Arbeitsplatz einrichten. Das hilft dir auch, nach getaner Arbeit in deinem Wohnbereich abzuschalten.
  • Ergonomie: Um Rückenschmerzen vorzubeugen, solltest du dir dringend einen ergonomisch geformten Bürostuhl zulegen. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch ist ebenfalls sinnvoll, da du so zwischendurch immer wieder im Stehen arbeiten kannst. Kleiner Tipp: Die Kosten kannst du bei der nächsten Steuererklärung absetzen.
  • Bewegung: Da der Gang zum Schreibtisch von Kollegen entfällt, verschaffe dir Gelegenheiten zur Bewegung. Mach Yoga oder Fitness-Übungen, die du z. B. im Internet findest. Mindestens einmal am Tag solltest du vor die Tür gehen, um frische Luft zu tanken (und die Vitamin-D-Produktion anzuregen). Auch Radfahren und Joggen sind optimal.
  • Ernährung: Wer zuhause arbeitet, kommt leicht in Versuchung, sich zwischendurch einen Snack zu gönnen. Statt zum Schokoriegel zu greifen, solltest du dir aber lieber einen Apfel und Kohlrabi aufschneiden. Nüsse liefern viel Energie, ohne sich auf den Hüften bemerkbar zu machen. Trinke auch ausreichend, vor allem Wasser und ungesüßte Tees. Das beugt Kopfschmerzen vor.
  • Schlafen: Bewegung an der frischen Luft, eine gute Work-Life-Balance – all das ist prima, um besser schlafen zu können. Denk auch daran, ein bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen alle Bildschirme auszuschalten. Lesen oder Musik hören hilft dir, schneller in den Schlaf zu finden.

Über den Autor

Robert Kreilaus

Online Redakteur bei CosmosDirekt seit 2014, davor seit 1996 in verschiedenen Bereichen des Cosmos tätig.

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