Wahr oder gelogen? Gesundheitsmythen im Check!

Nicht die Nase hochziehen, nicht krumm sitzen, nicht bei schlechtem Licht lesen: Viele Dinge werden uns mit Verweis auf die Gesundheit verboten. Zu Recht?

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Wahr oder gelogen? Gesundheitsmythen im Check!

Nicht die Nase hochziehen, nicht krumm sitzen, nicht bei schlechtem Licht lesen: Viele Dinge werden uns mit Verweis auf die Gesundheit verboten. Zu Recht?

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Alles gar nicht wahr? Gesundheitsmythen im Check

„Sitz gerade!“ Oder: „Putz dir die Nase!“ Wer kennt sie nicht, diese Stimme im Hinterkopf, die sich bei allen möglichen Gelegenheiten meldet und uns sagt, was gut für uns ist. Was wir tun sollen. Und was wir besser lassen. Doch handelt es sich dabei um medizinische Wahrheiten oder Mythen? Wir klären über einige der hartnäckigsten Irrtümer auf.

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1. Sekret hochziehen ist schlecht für die Nase

Falsch. Zwar ist es ganz schön unappetitlich, wenn jemand das Sekret in der Nase hochzieht (und das vielleicht noch sehr geräuschvoll). Viele Außenstehende halten das Verhalten zudem für gefährlich: Der Schleim setze sich so in den Nasennebenhöhlen fest. Tatsächlich aber verträgt unser Riechorgan das Hochziehen relativ gut. Riskanter ist das Schnäuzen ins Taschentuch. Dabei entsteht unter Umständen ein hoher Druck, der dazu führen kann, dass Nasensekret in die Nebenhöhlen oder ins Mittelohr gelangt und dort Entzündungen verursacht.

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2. Krummes Sitzen ruiniert den Rücken

Falsch. Genauso wenig stimmt die in dem Zusammenhang häufig zu hörende Behauptung, dass gerades Sitzen den Rücken besonders schone. Beide Sitzpositionen beanspruchen dauerhaft auf ihre eigene Weise die Bandscheiben. Entlastung bringt dagegen nur das „dynamische Sitzen“, bei dem häufig zwischen verschiedenen Sitzpositionen hin- und hergewechselt wird. Es verhindert einseitige Belastungen, aktiviert verschiedene Muskelstränge im Rücken- sowie Bauchbereich und verbessert die Durchblutung der Bandscheiben.

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3. Handys verursachen Hirntumore

Falsch. Eine große Studie in Australien über einen Zeitraum von 30 Jahren fand keinen Zusammenhang zwischen mobilem Telefonieren und einem erhöhten Risiko für Hirntumore. Nur bei Männern über 70 Jahren erhöhte sich die Zahl der Tumorpatienten leicht, was aber wohl in erster Linie an verbesserten Diagnostik-Methoden im Laufe der Studie lag. Insgesamt gaben die Forscher Entwarnung: Selbst wenn das Risiko für einen Tumor nur geringfügig gestiegen wäre, hätte sich das aufgrund der sehr großen Untersuchungsgruppe bemerkbar gemacht.

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4. Naturheilmittel sind harmlos

Falsch. Viele glauben, dass der Aufdruck „pflanzlich“ auf einer Packung automatisch „schonend“ bedeutet, dabei stimmt eher das Gegenteil. Gerade pflanzliche Wirkstoffe haben einen immensen Einfluss auf den Körper, zum Beispiel Atropin und Ibotensäure, die in Tollkirschen bzw. in Fliegenpilzen enthalten sind. Naturheilmittel können zudem die Wirkung regulärer Medikamente reduzieren oder sie sogar ganz außer Kraft setzen. Präparate mit Johanniskraut beispielsweise können dafür sorgen, dass die Anti-Baby-Pille wirkungslos wird.

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5. 10.000 Schritte pro Tag halten gesund

Falsch. Die 10.000-Schritte-Regel ist die Erfindung eines japanischen Unternehmens, das mit dem Slogan 1964 Werbung für einen Schrittzähler machte. Nationale und internationale Richtlinien empfehlen dagegen 30 Minuten intensive Bewegung pro Tag, an fünf Tagen in der Woche. Dabei zählt weniger die Tagesdistanz, als dass man auf 50.000 Schritte in der Woche kommt. Damit kannst du das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankung um etwa 20 Prozent senken.

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6. Lesen bei schwachem Licht verdirbt die Augen

Falsch. Es gibt bislang keine Beweise, dass Funzellicht die Augen schädigt. Allerdings sind sie bei schlechten Lichtverhältnissen stärker gefordert: Die lichtempfindlichen Stäbchen müssen mehr Rhodopsin – ein Protein, das auch „Sehpurpur“ genannt wird – produzieren, um einfallendes Licht in Sinnesreize umzuwandeln. Der Ciliarmuskel hat mit der Straffung der Linse ebenfalls mehr Arbeit. Wenn du bei schwachem Licht liest, ermüden deine Augen daher schneller. Die Folge: rote Augen und Kopfschmerzen.

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7. Wechselduschen stärken das Immunsystem

Richtig. Immerhin ein Mythos erweist sich als wahr: Dass der Wechsel von hohen und niedrigen Temperaturen gesundheitsfördernd ist, zeigt nicht nur das Saunieren. Der Wechsel zwischen warmem und kaltem Wasser beim Duschen härtet ab, da dadurch die Blutgefäße trainiert werden. Sie müssen sich durch den Wechsel immer wieder weiten und zusammenziehen. Wie eine Studie der Universitätsklinik Jena aus dem Jahr 2016 zeigte, steigt nach zehn Wochen Wechselduschen die Zahl der Lymphozyten, also der Zellen, die Krankheitserreger abwehren.

Über den Autor

Robert Kreilaus

Online Redakteur bei CosmosDirekt seit 2014, davor seit 1996 in verschiedenen Bereichen des Cosmos tätig.

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