Weltspartag:
Mit kleinen Summen
Großes erreichen

Seit fast 100 Jahren feiern Sparkassen und Banken den Weltspartag. Wir werfen ein Blick auf die Geschichte und erklären, was dich in diesem Jahr erwartet.

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Weltspartag: Mit kleinen Summen Großes erreichen

Seit fast 100 Jahren feiern Sparkassen und Banken den Weltspartag. Wir werfen ein Blick auf die Geschichte und erklären, was dich in diesem Jahr erwartet.

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Weltspartag: Jetzt geht’s dem Sparschwein an die inneren Werte

Vor ein paar Jahren, der letzte Tag im Oktober. Mit der vollen Spardose unterm Arm hast du dich auf den Weg zur nächsten Sparkasse (oder bei welcher Bank du dein Konto hattest) gemacht. Am Schalter hast du das Sparschein geleert, die Münzen klirrten silbern hell. Auch ein paar Scheine, die dein Onkel und deine Oma dir im vergangenen Jahr zugesteckt hatten, knisterten. Die Angestellte hinterm Tresen zählte das Geld und schrieb das Ersparte deinem Konto gut. Hurra, jetzt konnte es Zinsen bringen. Beim Hinausgehen holtest du dir noch eine Belohnung ab. Weil du so fleißig gespart hattest, gab es einen Luftballon, vielleicht auch ein Plüschtier.

Kommt dir das bekannt vor? Für viele von uns ist der Weltspartag am 30. bzw. 31. Oktober mit schönen Kindheitserinnerungen verbunden. Gefeiert wird der Tag seit fast 100 Jahren; und auch in diesem Jahr verteilen vor allem Genossenschaftsbanken und Sparkassen (trotz aller Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie) wieder viele Geschenke vor allem an junge Sparer: zum Beispiel Brotdosen, Minispiele für die Hosentasche, Bastelbögen, Schlüsselanhänger oder Holzflugzeuge zum Zusammenbauen. Und natürlich gibt es häufig auch für das Weitersparen im nächsten Jahr die traditionelle Spardose, dieses Mal aber nachhaltig hergestellt.

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Die Deutschen haben eine der weltweit höchsten Sparquoten

Sparen gilt als eine der deutschesten aller Tugenden. Egal, ob im Sparschwein oder im Sparstrumpf, auf dem Sparbuch oder unter der Matratze – wir sparen, was das Zeug hält. Auf rund 582 Milliarden Euro wurde 2019 das deutsche Sparvermögen geschätzt. Rund die Hälfte davon, so die Schätzung, liegt immer noch auf Sparbüchern. Allerdings sind die Zahlen rückläufig, seitdem es kaum oder keine Zinsen mehr auf Sparguthaben gibt. 2010 war das deutsche Sparvermögen noch knapp 46 Milliarden Euro größer, registriert wurden seinerzeit rund 628 Milliarden Euro.

Angesichts dieser Zahlen kann man leicht den Schluss ziehen, dass wir Sparweltmeister sind. Stimmt aber nicht. Denn mit einer Sparquote von 11 Prozent – jeder neunte Euro des verfügbaren Einkommens wird zurückgelegt – nehmen wir nur Rang zwei im globalen Vergleich ein. Platz eins haben die Schweizer mit einer Sparquote von 17,3 Prozent inne. Viel gespart wird auch in Frankreich und den Niederlanden (jeweils 8,4 Prozent). Wenig verbreitet ist dagegen das Sparen in Italien (2,5 Prozent), Spanien (1,5 Prozent) oder Großbritannien (0,1 Prozent) – das überrascht aber nicht, dominieren doch in diesen Ländern vor allem Geldanlagen in Aktien und Investmentfonds oder der Kauf einer eigenen Immobilie.

Auch wenn wir nur Sparvizeweltmeister sind, Deutschland spart gern. Schon im 18. Jahrhundert war Sparsamkeit eine besondere Tugend, die in Verbindung mit anderen, irgendwie als „deutsch“ geltenden Werten wie Ordnung und Pünktlichkeit gesetzt wurde. In den 1950er-Jahren brachte eine Sparkassen-Werbung unsere Spartugend auf den Punkt: „Einteilen, haushalten, sparen – Hausfrauenbrauch bewahren!“ Die Formulierung wirkt heute natürlich ziemlich altbacken, die eigentliche Botschaft stimmt aber immer noch. Wer Rücklagen bildet, hat später etwas davon. Vor allem, wenn schwere Zeiten vor der Tür stehen. „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“, lautet ja auch ein bekanntes Sprichwort.

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Der Weltspartag hat eine fast 100-jährige Geschichte

Die Not war auch Geburtshelferin des Weltspartages. Dieser wurde nämlich bereits Mitte der 1920er-Jahre ins Leben gerufen. Und die Not war seit dem Ende des Ersten Weltkrieges weltweit zu spüren. Viele Länder war in eine wirtschaftliche Depression gestürzt, auch Deutschland hatte nach einem kurzen Hoch nach Kriegsende umso schwerer mit dem Absturz zu kämpfen. So wütete zum Beispiel 1923 die Hyperinflation, die erst mit einer Währungsreform und der Einführung der Rentenmark gebändigt werden konnte.

Ein Jahr darauf, vom 26. bis zum 31. Oktober 1924, kamen in Mailand 354 Delegierte aus 27 Ländern zum Ersten Internationalen Sparkassenkongress zusammen. Neben Deutschland waren Länder wie Argentinien, Frankreich, Schweden und die USA vertreten. Das Ziel des Kongresses war die Gründung einer gemeinsamen Dachorganisation. Das damals angedachte „Weltinstitut der Sparkassen“ gibt es bis heute; es trägt mittlerweile den Namen „World Savings and Retail Banking Institute“.

Auf dem Kongress wurde auch die Einführung des „World Thrift Day“ beschlossen. Der Weltspartag (wortwörtlich: Weltsparsamkeitstag) hatte von Anfang an eine pädagogische Komponente. In den teilnehmenden Ländern sollten die Menschen, insbesondere die jüngeren Generationen, an den Gedanken des Sparens herangeführt werden. Und verstehen, dass man schon mit kleinen Beträgen ein Vermögen aufbauen kann – wenn man über viele Jahre konsequent spart. Schon damals sah man Sparen als „eine Tugend und eine Praktik, die grundlegend ist für den gesellschaftlichen Fortschritt eines jeden Einzelnen, einer jeden Nation und der gesamten Menschheit.“

Seit 1924 ist der Weltspartag daher in vielen Ländern eine gute Tradition. Gefeiert wird er immer am 31. Oktober – oder am 30. Oktober, und zwar in den Bundesländern, in denen der Reformationstag ein Feiertag ist. Auch private Banken und Genossenschaftsbanken griffen im Laufe der Zeit die Idee mit eigenen Aktionen auf. Der Höhepunkt des Weltspartages in Deutschland lag zwischen 1950 und 1970, in der Zeit des Wirtschaftswunders. Dieses war auch ein Sparwunder – Sparen war nun ein Lebensstil. Mit den sinkenden Zinsen für Sparanlagen ging aber – langsam und kontinuierlich – die Popularität des Weltspartages zurück.

In anderen der ursprünglich beteiligten Länder ist mittlerweile von der Idee des Weltspartages gar nichts mehr zu spüren, etwa in Frankreich oder in den USA. Dort feiert man am 31. Oktober lieber Halloween. In Schwellen- und Entwicklungsländern, die den Weltspartag teilweise erst seit fünf oder zehn Jahren begehen, sieht die Situation ganz anders aus. In Burundi, Ruanda, Georgien, Mexiko oder Mosambik sind Sparbücher kaum verbreitet; Vermögen wird in Dollar oder Schmuck gehortet. Der Weltspartag steht dort vor allem unter dem Stern der Finanzerziehung: Kinder und Erwachsene sollen den richtigen Umgang mit Geld lernen.

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Weltspartag 2020: Wegen der Corona-Pandemie ist alles etwas anders

Dieses Jahr jährt sich der Weltspartag zum 96. Mal. Doch wegen der Corona-Pandemie läuft alles etwas anders. Einige Banken und Sparkassen haben den Weltspartag abgesagt. Andere machen aus der Not eine Tugend und verlängern den Weltspartag zu einer ganzen Weltsparwoche. Oder sie feiern gleich die „Weltsparmonate“, in einigen Fällen sogar bis zum Ende des Jahres

Die Organisatoren haben sich auf die neuen Umstände eingestellt: Manchmal werden die Besuche in der Filiale nach Nachnamen aufgeteilt. So dürfen dann beispielsweise in der ersten Woche nur Kinder mit Nachnamen von A bis L ihre Spardosen abgeben, in der Woche darauf sind dann Kinder von M bis Z dran. Um lange Warteschlangen – und damit ein erhöhtes Infektionsrisiko – vor den Filialen zu vermeiden, sind einige Banken und Sparkassen dazu übergegangen, das Geld nicht vor Ort zu zählen. Geldscheine werden zwar direkt dem Konto gutgeschrieben; alle Münzen kommen aber in eine verschließbare Kunststofftüte, den sogenannten „Safebag“. Das Geld wird später in der Zentrale gezählt, nach einigen Tagen wird der Betrag dann überwiesen. Dadurch geht zwar etwas das Flair des Weltspartages verloren – der Vorgang ist aber hygienischer.

Doch der Weltspartag ist nicht nur etwas für Kinder; auch an die Großen wird 2020 gedacht. Meistens halten die Banken und Sparkassen besondere Angebote bereit, die es nur im Aktionszeitraum rund um den Weltspartag gibt. Andere übergeben Kunden bei Abschluss einer neuen Geldanlage ein kleines Geschenk, etwa ein Teesortiment oder ein Körbchen mit regionalen Produkten. Oder sie belohnen Sparer, indem sie zum Beispiel am Ende des Jahres eine kleine Prämie von 50 bis 100 Euro auszahlen. Wer regelmäßig einzahlt, kann sich so über einen kleinen Zuschuss freuen.

Seit 1924 ist der Weltspartag daher in vielen Ländern eine gute Tradition. Gefeiert wird er immer am 31. Oktober – oder am 30. Oktober, und zwar in den Bundesländern, in denen der Reformationstag ein Feiertag ist. Auch private Banken und Genossenschaftsbanken griffen im Laufe der Zeit die Idee mit eigenen Aktionen auf. Der Höhepunkt des Weltspartages in Deutschland lag zwischen 1950 und 1970, in der Zeit des Wirtschaftswunders. Dieses war auch ein Sparwunder – Sparen war nun ein Lebensstil. Mit den sinkenden Zinsen für Sparanlagen ging aber – langsam und kontinuierlich – die Popularität des Weltspartages zurück.

In anderen der ursprünglich beteiligten Länder ist mittlerweile von der Idee des Weltspartages gar nichts mehr zu spüren, etwa in Frankreich oder in den USA. Dort feiert man am 31. Oktober lieber Halloween. In Schwellen- und Entwicklungsländern, die den Weltspartag teilweise erst seit fünf oder zehn Jahren begehen, sieht die Situation ganz anders aus. In Burundi, Ruanda, Georgien, Mexiko oder Mosambik sind Sparbücher kaum verbreitet; Vermögen wird in Dollar oder Schmuck gehortet. Der Weltspartag steht dort vor allem unter dem Stern der Finanzerziehung: Kinder und Erwachsene sollen den richtigen Umgang mit Geld lernen.

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Weltspartag: Nachdenken über die eigenen Finanzen

Der Weltspartag ist zwar kein Ereignis mehr wie anno 1925 oder 1955, doch trotzdem solltest du ihn begehen – vor allem, wenn du Kinder hast. Die Botschaft des Weltspartages ist alles andere als antiquiert. Denn wer nicht spart, lernt auch nie, konsequent auf ein bestimmtes Ziel hinzuarbeiten. Und so schön und verlockend es sein mag, sein ganzes Geld in Kleidung, Smartphones oder Games zu stecken oder gar seinen Konsum mit einem Kredit zu finanzieren – Geld heißt auch immer Verantwortung, und ohne richtiges Haushalten droht irgendwann der Weg in die Schuldenfalle. Und daher wäre der Weltspartag doch die ideale Gelegenheit für dich, einmal ganz in Ruhe über deine Finanzen nachzudenken.

Happy World Thrift Day!

*Garantierte Zinsstaffel von 0,35 % bis 1,00 % in den ersten 3 Vertragsjahren für die zu Vertragsbeginn vereinbarten Sparbeiträge des 1. Vertragsjahres. Der Zins-Überschussanteil ab dem 4. Vertragsjahr ist variabel und wird jährlich neu festgelegt.

Über die Autorin

Sarah Seifermann

Sarah ist nach der Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation in den Bereich Suchmaschinenoptimierung (auch SEO genannt) eingestiegen. Bei der CosmosDirekt hat sie 2012 den Bereich SEO aufgebaut und ist jetzt für die Contenterstellung verantwortlich, unter anderem auch für CosmosCreators.

Persönliche Einblicke: Mädchenmama, braucht neue Herausforderungen und lacht gerne.

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