Ausgabe 04/​2021

Ernährungsmythen im Check

Smoothies sind so gesund wie Obst und Gemüse. Kohlenhydrate sind böse. Und Schokolade macht schlau. Um unsere Ernährung ranken sich viele Mythen. Wir klären fünf Irrtümer auf.

1. „Smoothies sind so gesund wie Obst und Gemüse.“

Ein Apfel-Ananas-Smoothie als Ersatz für den Apfel und die Scheibe Ananas? So einfach ist das leider nicht. Denn es stimmt zwar, dass püriertes Obst immer besser ist als gar kein Obst. Aber ganz auf frische Früchte solltest du nicht verzichten. Zum Beispiel, weil bei der Herstellung von Smoothies wertvolle Inhaltsstoffe verlorengehen können, etwa wenn du den Apfel schälst. Ein ganzer Apfel wäre viel besser. Zudem sättigt frisches Obst (und auch Gemüse) länger, weil du es kauen musst. Nicht zuletzt enthalten Smoothies viel Fruchtzucker – in manchen Fällen sogar mehr als eine Flasche Cola. Daher solltest du es nicht übertreiben und dich auf einen Smoothie am Tag beschränken.

Bildcredits: © K15 Photos - Unsplash

2. „Detox-Produkte reinigen den Körper.“

Detox steht für „Detoxination“, auf Deutsch: Entgiftung. Die Theorie dahinter: Eine ungesunde Ernährung, Rauchen und der Genuss von Alkohol, aber auch Umwelteinflüsse und Stress führen dazu, dass sich im Körper zu viele Gift- und Schadstoffe anlagern. Diese „Schlacken“ – und das ist durchaus wörtlich gemeint – sammeln sich im Bindegewebe und unseren Organen an. Mithilfe von Detox- oder Entschlackungskuren bzw. speziellen Produkten – etwa Tees oder Säften zur „Darmreinigung“ – sollen sich diese schädlichen Stoffe entfernen lassen. Doch im Körper bilden sich überhaupt keine Schlacken (anders als etwa in einem Ofenrohr). Unerwünschte Stoffe werden über Leber, Nieren, Darm, Haut oder die Atmung sofort ausgeschieden. Unser Körper entgiftet sich also von ganz allein.

3. „Kohlenhydrate machen dick.“

Es ist das Mantra der Low-Carb-Bewegung: Kohlenhydrate sind böse, denn sie machen dick. Doch die Verdammung stimmt so nicht. Zum einen braucht der Körper Kohlenhydrate als Energiequelle. Zu dick machen sie also nur, wenn wir zu viele von ihnen aufnehmen. Zum anderen gibt es nicht „die“ Kohlenhydrate, sondern verschiedene Nährstoffe werden unter diesem Begriff zusammengefasst. Einfache Kohlenhydrate finden sich zum Beispiel in Chips, Pommes oder Süßigkeiten. Sie werden vom Körper sofort verarbeitet und geben kurz Energie, machen aber nicht lange satt. Denn so schnell wie der Blutzuckerspiegel hochschießt, so schnell sinkt er auch wieder. Diese Kohlenhydrate solltest du also tatsächlich meiden. In Vollkornprodukten finden sich dagegen komplexe Kohlenhydrate, die lange sättigen und aufgrund der enthaltenen Ballaststoffe zudem die Verdauung fördern.

4. „Schokolade macht schlau.“

Einfach ein Stück Schokolade naschen und danach die Abschlussprüfung bestehen? So einfach ist es nicht. In einer Studie fiel Wissenschaftlern auf: Bei Gedächtnis- und Konzentrationstests schnitten Naschkatzen besser ab als Schoko-Verweigerer. Die Wissenschaftler vermuteten, dass bestimmte Stoffe in der Schokolade, sogenannte Kakaoflavanole, für den Intelligenz-Boost sorgten. Doch die Studie ist wenig aussagekräftig. Denn die Forscher ermittelten nur, wie häufig jemand nascht, aber nicht, welche Sorte: In dunkler Schokolade stecken viele Flavanole und wenig Zucker, im Vollmilchriegel ist es genau andersherum. Auch die Menge spielte keine Rolle. Dabei sollte es einen Unterschied in der Flavanol-Zufuhr machen, ob jemand täglich eine Tafel Schokolade isst oder nur ein Stückchen.

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5. „Ein Glas Rotwein schützt das Herz.“

Es gibt viele Studien, die die gesundheitsfördernde Wirkung von Rotwein belegen sollen. Etliche davon wurden von der Weinindustrie gefördert, wodurch sich eine gewisse Voreingenommenheit nicht ausschließen lässt. Vor allem dem Resveratrol – ein Stoff mit antioxidativer Wirkung, der in Rotwein enthalten ist – werden besondere Wirkungen zugeschrieben. Es soll positive Effekte gegen Krebszellen aufweisen, aber auch vor Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes schützen. In der Tat scheint die Wissenschaft zu bestätigen, dass ein maßvoller Konsum für die  Gesundheit förderlich ist. Doch wichtig ist: Die Dosis macht das Gift. Denn wer regelmäßig zum roten Rebensaft greift, muss auch mögliche negative Auswirkungen bedenken: Reizungen der Schleimhäute in Mund, Speiseröhre und Magen, Schäden an der Leber – und nicht zuletzt eine schleichende Alkoholabhängigkeit.

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