Ausgabe 02/​2021

Steuererklärung 2020: Tipps und Tricks

Das vergangene Jahr haben viele von uns im Homeoffice verbracht. Wie du deine Kosten in der Steuererklärung richtig absetzt, verraten wir dir hier.

Steuererklärung für das Corona-Jahr 2020: Tipps und Tricks

Auch wenn das Corona-Jahr 2020 seit einem Monat Geschichte ist: Ganz abgehakt ist es noch lange nicht. Denn nun steht die Steuererklärung für das vergangene Jahr an. Ein Jahr, das viele von uns im Homeoffice verbrachten. Wir erklären dir, wie du dein Arbeitszimmer, den neuen Bürostuhl und deine Telefonkosten in der Zeit des Homeoffice richtig absetzt. In Zeiten von Corona war Homeoffice so verbreitet wie noch nie zuvor. Während vor der Pandemie rund 12 % der Beschäftigten teilweise oder ganz im Homeoffice arbeiteten, stieg der Anteil während des Lockdowns im Frühjahr 2020 auf 35 %. So das Ergebnis einer Studie des Europäischen Instituts für Öffentliche Verwaltung (EIPA). Bei Berufstätigen mit Bürojob schnellte der Anteil sogar auf 60 % hoch – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr, so eine Untersuchung der Initiative D21. Zum Herbst sanken die Zahlen wieder, weil mehr Menschen in die Büros zurückkehren konnten. Doch Homeoffice hat sich etabliert: Auch in Zukunft wollen mehr Menschen von zuhause aus arbeiten als vor der Pandemie.

Bildcredits: © 1_Vlada Karpovich - Pexels

Hohe Hürden bei Anerkennung eines häuslichen Arbeitszimmers

Steuerlich ist das Homeoffice vor allem dann interessant, wenn du in einem „echten“ Arbeitszimmer gearbeitet hast. Denn dann kannst du Werbungskosten von bis 1.250 € geltend machen – unabhängig davon, ob du das Arbeitszimmer nur wenige Wochen oder dauerhaft genutzt hast. Doch die Anforderungen an ein „häusliches Arbeitszimmer“ sind hoch:

  • Es muss sich um einen separaten Raum handeln, der zum Beispiel durch eine Tür von der übrigen Wohnung getrennt ist.
  • Es darf in dieser Zeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stehen. Das heißt: Es muss eine ausdrückliche Anweisung des Arbeitsgebers oder eine schriftliche Vereinbarung geben, von zuhause aus zu arbeiten.

Das Finanzamt guckt genau hin. Ein Schreibtisch im Schlafzimmer oder eine Arbeitsecke im Wohnzimmer werden grundsätzlich nicht akzeptiert. Das Gleiche gilt für ein Gästezimmer oder das umfunktionierte Gartenhäuschen. Eine Faustregel besagt, dass das Arbeitszimmer mindestens zu 90 % für berufliche Zwecke genutzt werden muss, damit es vom Finanzamt anerkannt wird.

Kleiner Tipp: Am besten legst du deiner Steuererklärung einen Grundriss deiner Wohnung bei, denn bei häuslichen Arbeitszimmern sind Nachfragen des Finanzamtes vorprogrammiert.

Bildcredits: © 1_William Iven - Unsplash

Homeoffice-Pauschale soll Entlastung bringen

Die Regel, dass kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, ist gerade mit Blick auf das vergangene Jahr problematisch. Denn dazu hätte das Bürogebäude geschlossen sein und eine Anordnung des Arbeitsgebers zum Homeoffice bestehen müssen. Doch die Realität sah anders aus: Die Gebäude waren grundsätzlich geöffnet, aber es sollte sich bitte niemand blicken lassen.

Als Kompensation für alle, die daher mehr oder weniger freiwillig aus dem Homeoffice arbeiteten, wurde die „Homeoffice-Pauschale“ eingeführt. Die rechtlichen Grundlagen finden sich – nach viel politischem Hin und Her – im Jahressteuergesetz 2020, das noch im Dezember beschlossen wurde. Die Pauschale gilt ausdrücklich für alle, die über kein abgetrenntes Arbeitszimmer verfügen.

Die Homeoffice-Pauschale gilt zunächst für die Corona-Jahre 2020 und 2021. Du kannst pauschal 5 € für jeden Tag geltend machen, den du im Homeoffice gearbeitet hast. Allerdings ist der Betrag gedeckelt: Mehr als 120 Arbeitstage zuhause erkennt das Finanzamt nicht an. Sprich: Es sind maximal 600 € über die Homeoffice-Pauschale für dich drin.

Zudem gibt es einen Haken: Die Homeoffice-Pauschale wird mit der Werbungskostenpauschale von 1.000 € verrechnet. In diese fließen beispielsweise auch die Fahrtkosten für den Arbeitsweg ein. Wenn du unter Berücksichtigung dieser Ausgaben bislang nicht über die Grenze gekommen bist, bringt dir die Homeoffice-Pauschale kein zusätzliches Geld. Denn die 1.000 € kannst du immer angeben.

Schlüssele daher genau auf, an welchen Tagen du im Büro und wann du von zuhause aus tätig warst. Übersteigen die Werbungskosten – inkl. Kilometerpauschale für die Tage, die du zum Büro gefahren bist bzw. die Ausgaben für Bahntickets – den Pauschbetrag von 1.000 €, können sie in der Steuererklärung auch in voller Höhe geltend gemacht werden.

Ausgaben für Internet, Telefon und Strom angeben

Die Telefonkosten, die während der Zeit im Homeoffice für deine berufliche Tätigkeit angefallen sind, darfst du ebenfalls in der Steuererklärung angeben. Es gibt 2 Methoden:

  • Du setzt deine Kosten pauschal für jeden Monat mit 20 % an.
    Der monatliche Höchstbetrag ist auf 20 € begrenzt. Dazu kommt, dass die pauschale Abrechnung nur bestimmten Berufsgruppen offensteht, etwa Lehrern, Außendienstmitarbeitern und Angestellten, die per Vertrag ausschließlich im Homeoffice arbeiten („Telearbeiter“).
  • Du ermittelst den Anteil der beruflichen Kosten.
    Die Höhe der abziehbaren Kosten ist nicht begrenzt, zudem steht diese Möglichkeit allen Berufsgruppen offen. Für die Telefonkosten musst du in den Einzelverbindungen die beruflichen Gespräche heraussuchen und die Entgelte addieren. Bei Flatrates musst du den beruflichen Anteil entsprechend der Dauer der Gespräche ermitteln.

Internet- und Stromkosten können ebenfalls in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Auch hier darfst du nur den tatsächlichen Anteil der berufsbedingten Ausgaben geltend machen. Als Maßstab gilt deine Arbeitszeit. Bei einem regulären Vollzeitjob mit durchschnittlich 8 Stunden liegt der berufliche Anteil an den Gesamtkosten bei rund 20 % pro Monat.

Sicher sparen und flexibel bleiben

Der Flexible Vorsorgeplan mit bis zu 1,00 % p.a. * in den ersten 3 Jahren garantiert.

Arbeitsmittel kannst du immer geltend machen

Hast du dir im Homeoffice neue Arbeitsmittel angeschafft, darfst du diese in der Steuererklärung immer geltend machen – ob du nun im häuslichen Arbeitszimmer oder in der Küche gearbeitet hast. Dazu zählen Schreibtisch, Bürostuhl, Computer, Monitore, Drucker, Headsets und sonstige Dinge, die du für die Erledigung deiner Arbeit benötigst (und die dir dein Arbeitgeber nicht gestellt hat). Die abzugsfähigen Kosten umfassen den Kaufpreis inkl. Mehrwertsteuer sowie Porto- bzw. Speditionskosten. Auch Fahrtkosten können angegeben werden. Aber nur, wenn du die Fahrt ausschließlich zu dem Zweck unternommen hast, das Arbeitsmittel zu kaufen, abzuholen oder dich über den speziellen Gegenstand zu informieren. Bei regulären Arbeitsmitteln gibt es eine Begrenzung auf maximal 800 € netto (das sind 952 € beim regulären Mehrwertsteuersatz von 19 %, 928 € beim reduzierten Satz von 16 %). Bleiben die Anschaffungskosten unterhalb dieser Grenze, kannst du die entsprechenden Gegenstände alle mit dem vollen Betrag bei den Werbungskosten angeben. Bei teureren Gegenständen musst du die Kosten über die Nutzungsdauer verteilen. Dafür gibt es die amtlichen AfA-Tabellen des Bundesfinanzministeriums (BMF). AfA steht für „Absetzung für Abnutzung“, umgangssprachlich sagt man auch „Abschreibung“. Die für dich interessante Tabelle ist die für „allgemein verwendbare Anlagegüter“. Du kannst sie beim BMF downloaden.


Du willst noch mehr Geld bei der Steuererklärung sparen? Dann schau dir einfach unsere 5 schnellen Steuertipps an. Hier findest du weitere Tricks und Kniffe für eine größere Rückzahlung.

Diesen Artikel teilen

Weitere Beiträge

Die Freiheit einfach weitergeben

Ausgabe 12/​2021
Lukas Schimmel übernimmt den Familien-Bauernhof und wir wollen wissen: Was machst Du genauso wie Deine Eltern und was machst Du ganz anders?

Weiterlesen

Beim Helfen geht es immer um die Zukunft

Ausgabe 12/​2021
Patrick Hoffmann arbeitet für das gemeinnützige Projekt ‘The Human Safety Net’ von Generali und wir wollten von ihm wissen: Wie funktioniert Helfen am besten?!

Weiterlesen

Plötzlich Christkind

Ausgabe 12/​2021
Inga Slegaityte arbeitet in einem Altenheim und versucht, jeden Tag bei den Senior*innen so viel Hoffnung zu verbreiten wie möglich.

Weiterlesen

Wir sind keine Superhelden – Eine Krankenpflegerin erzählt

Ausgabe 12/​2021
Nurse Kata ist Krankenpflegerin und zeigt auf TikTok die Realität ihres Berufs. Wir haben über Höhen und Tiefen gesprochen und gefragt: Was können wir besser machen?!

Weiterlesen

Wir feiern CosmicLove

Ausgabe 12/​2021
Im Dezember starten wir die Aktion: „Wir feiern Liebe.“ Wir sammeln Spenden für die Caritas und The Human Safety Net, damit junge Familien, die von der Flutkatastrophe im Ahrtal betroffen wurden, wieder zurück ins Leben finden können. Und mit Deinen Instagram und Facebook Posts kannst Du dabei sein! Es geht uns darum zu helfen, zu schützen und gemeinsam etwas zu bewegen.

Weiterlesen