Ausgabe 09/​2021

Und dann kam Bernd…

Das Tiefdruckgebiet Bernd hat Mitte Juli über Deutschland gewütet und das Leben von Tausenden über Nacht aus den Fugen gehoben. Schnell zu helfen, zu trösten und den Schaden zu verstehen – darum kümmert sich das Team von Michael Thie. Wir haben den Leiter der Schadenabteilung begleitet, um zu erfahren: Wie ist die Arbeit in einem Katastrophengebiet, wie geht es den Menschen und wie schöpfen wir nach so einem Ereignis wieder Mut?

Die Bilder aus Ahrweiler sind krass. Die Häuser, die von der Flut weggerissen wurden, die zerquetschten Autos, der Schlamm. Worauf die meisten Menschen fassungslos reagieren, das gehört zum Berufsalltag von Michael Thie. Er ist der Abteilungsleiter für Kompositschäden. Also kümmert er sich um alle Sachschäden, die bei CosmosDirekt versichert sind. „Es klingt seltsam“, sagt er, „aber wir sind eigentlich an die Flut gewöhnt.“ Eigentlich. Denn dann kam Bernd. „Was wir hier sehen, ist natürlich gravierend. Wie im Ahrtal die Naturgewalten gewirkt haben, das ist unvorstellbar.“ Die Zahlen sprechen eine traurige Sprache: Es gab zahlreiche Tote, einige Menschen werden immer noch vermisst. Fast 500 Gebäude wurden weggerissen. Für den Schadenaußendienst der Generali, dem Mutterkonzern von CosmosDirekt, gingen in einer Woche so viele Schadensmeldungen ein wie sonst in einem ganzen Quartal.

Für die Menschen da sein

„Wir sind eine Versicherung. Wir wissen, irgendwann passiert etwas. Wir wissen eben nur nicht, wann“, erklärt Thie. Er kommt schnell ins Fachsimpeln, was kein Wunder ist, er war zwanzig Jahre im Außendienst im Bereich Schaden, bevor er bei CosmosDirekt die Leitung des Schadenbereiches übernommen hat. Schnell wird deutlich: Thie ist einer, der anpackt und loslegt. „Unsere Kernaufgabe ist es, für Katastrophen wie diese richtig aufgestellt zu sein. Denn unser Ziel bleibt immer gleich: Wir sind für die Menschen da! Wir müssen so schnell es geht, bei den Leuten sein, um zu sehen: Was ist passiert und wie können wir helfen.“ Dafür baut die Generali, der Mutterkonzern von CosmosDirekt, in Rekordzeit eine Zentrale in Bonn auf, von der aus alle Einsätze koordiniert werden. Insgesamt laufen hier mehr als 12.000 Schadensmeldungen auf. In gut einem Drittel der Fälle müssen die Schadenregulierer und Sachverständigen in die betroffenen Regionen fahren und die Schäden vor Ort besichtigen.

Das Wichtigste sind Antworten

Aber wie ist es denn jetzt, live und real mit den Leuten zu reden, denen so etwas passiert ist? „Am Anfang spüren wir bei den Betroffenen eine große Hilflosigkeit. Nicht erst, wenn wir vor Ort sind, sondern auch schon am Telefon. Da brechen Leute in Tränen aus, das ist hart. Wir sind ein Ventil.“ Es geht dabei offensichtlich nicht nur um den Schaden, es geht auch um die Emotionen. Und manchmal fängt es halt damit an, dass Herr Thie eine junge Mutter vor ihrer zerstörten Wohnung in den Arm nimmt. „Es ist wichtig, dass die Leute wieder wissen, was passiert und dass sie Antworten kriegen.“ Besonders wichtig ist dabei die Frage, wie groß die Schäden wirklich sind und wann mit den Wiederherstellungsmaßnahmen in und am Haus begonnen werden kann. Quasi im gesamten Ahrtal ist die Situation besonders dramatisch. Trotzdem bleibt der Fokus darauf, den Menschen so schnell es geht – und so unbürokratisch wie möglich – wieder ein Zuhause zu geben.

Die Handwerker kommen

Wenn so viel kaputt ist, so viel repariert und sogar neu gebaut werden muss, heißt es: All Hands On Deck. „Wir setzen unser ganzes Netzwerk in Bewegung, damit so viele Handwerker wie möglich da sind“, erklärt Michael Thie. „Das bedeutet manchmal auch, dass unsere Dienstleister Equipment aus Schweden oder Norwegen holen, wenn hier die Versorgung knapp ist.“ Und damit beginnt der Wiederaufbau. Was Bernd angerichtet hat, wird so nicht bleiben. Aber es wird öfter passieren. Der Klimawandel sorgt dafür, dass solche Extremwetterereignisse wie in Ahrweiler häufiger vorkommen. Das sagt auch Michael Thie: „Wir gehen stark davon aus, dass das, was wir jetzt ein Jahrhundertereignis nennen, eher in kürzeren Zeitabständen passieren kann.“

Alle machen mit

Michael Thie ist ein Mann, der immer wieder mit Schicksalen konfrontiert ist, die andere hoffentlich nie erleben müssen. Aber das Lächeln fällt ihm leicht und es ist einfach, sich vorzustellen, wie er bei Bayer 04 Leverkusen im Stadion steht und seine Mannschaft anfeuert. Also fragen wir ihn, wie er es schafft, den Mut nicht zu verlieren? „Wir haben ein tolles Team“, sagt er sofort. „Wenn’s wirklich hart wird, gibt es immer jemanden zum Reden. Aber es gehört eben zu diesem Beruf dazu, hundert Prozent da zu sein und trotzdem Abstand zu halten. Ohne Filter kannst du das nicht machen. Denn was auch passiert, am nächsten Tag stehst du wieder auf und bietest deine Hilfe an.“ Nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: „Ich war in Ahrbrück, wo ich mitten in der Zerstörung stand. Und plötzlich sehe ich all die Menschen mit Schaufel und Besen in der Hand. Das sind Nachbarn und Helfer, die anpacken. Sogar Freiwillige Feuerwehren aus Potsdam und Berlin waren da. Das hat mich berührt. Das ist genau das Richtige, um den Leuten zu zeigen: Ihr seid nicht allein. Das ist Solidarität, das ist Menschlichkeit. Das macht mir Mut.“

Wenn das Schicksal zuschlägt, es ist doch beruhigend: Hilfe wird kommen.

Leute, die helfen

Um den Helfer*innen vor Ort zu helfen, haben wir zwei Foodtrucks in die betroffenen Gebiete geschickt.

Wie das war, erfährst du hier.
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